Gründung und Entwicklung des OVK

 

Otto Peisl gilt als Gründer des Oberpfälzer Volksliedkreises. Er begann 1948 in Waldmünchen mit der Volksmusikpflege. Sein erster Höhepunkt war ein Heimatabend vor über 1000 Besuchern in der Festhalle zu Waldmünchen.

 

Am 23.01.1955 gründete Otto Peisl in Fronberg bei Schwandorf den "Oberpfälzer Volkssängerkreis" (OVK) und wurde dabei zum 1. Vorsitzenden gewählt. 1957 nannte sich der Verband in seinen heutigen Namen "Oberpfälzer Volksliedkreis" um.

Die Schwerpunkte in der Heimat- und Volksmusikpflege des OVK's waren und sind bis heute noch, die Bewahrung des Volksliedes und des traditionellen Musizierens, die Förderung der geistlichen Volksmusik,  die Pflege der Tracht und des regionalen Volkstanzes, sowie die Lebendighaltung des Brauchtums.

Dies spiegelt sich in der Vielfalt der Veranstaltungen wie:

  •  Hoagarten, Sitzweilen, Sänger- und Musikantentreffen, Volksmusikabende,
     Volkstanztreffen,  Mundartabende,  Kinder-und Jugendsingen
  •  Advents- und Weihnachtssingen, Passions- und Ostersingen, Maiandachten und Mariensingen
  •  Soziale Veranstaltungen in und für Alten- und Seniorenheime, Kindergärten und Krankenhäuser.

Die Gruppen des OVK sind auch gern gesehene Gäste und Mitwirkende bei Veranstaltungen der Behörden, Firmen und  Verbänden.

                                                                                                                                         Auszug aus der Chronik                                                                                                                                                  

Dr. Hans Weigert wird Nachfolger von Otto Peisl 

 

Im Jahr 1994 übernahm Prof. Dr. Hans Weigert aus Pentling die Führung des Vereins. Otto Peisl war schon Jahre vorher bewusst, dass es für seinen Nachfolger nicht leicht sein werde, die Aufgaben des Vereins wahrzunehmen, dessen Mitglieder bzw. Gruppen in der gesamten Oberpfalz ansässig sind. Deshalb wurden im Jahr 1988 die Regionen Cham, Regensburg, Schwandorf und Stiftland/Steinwald gebildet. Für jede dieser Regionen war gem. Satzung ebenfalls im dreijährigen Turnus ein Regionssprecher zu wählen. Diese vier Sprecher waren gleichzeitig die gleichberechtigten zweiten Vorsitzenden des Vereins. 

In den Folgejahren wurden die Regionen Regensburg und Stiftland/Steinwald "führungslos", da sich kein Sprecher mehr zur Verfügung stellte. Lediglich die Region Cham und die Region Schwandorf hatten mit Josef Krems bzw. Leonhard Bayerl noch einen Regionssprecher. 

 

Dr. Hans Weigert übte sein Amt bis zu den turnusgemäß fälligen Neuwahlen am 18.03.2012 aus. Bereits mehrere Jahre vorher hatte er wiederholt gebeten, ihn aus beruflichen und familiären Gründen von seinem Amt zu entbinden. Es fand sich jedoch kein Nachfolger.

Am 24.05.2012 fand in Cham eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit dem Ziel einer Umorganisation statt. In deren Verlauf wurde beschlossen:

  • Die bisherigen Regionen, von denen nur noch Cham und Schwandorf existierten, wurden aufgelöst. Die Regionen   können künftig eigenständige Vereine führen.
  • Der "verkleinerte" OVK Cham behält den Namen "Oberpfälzer Volksliedkreis Cham e. V.". Er wird seinen Wirkungsbereich auf den Landkreis Cham beschränken.

 

Nun gibt es zwei Vereine "Oberpfälzer Volksliedkreis"

 

 

In der Folge fand am 22. Februar 2013 auch im Jugendheim in Schwarzenfeld, insbesondere für die nicht zu der Region Cham zählenden Mitglieder, eine Versammlung statt. Hier wurde der "Oberpfälzer Volksliedkreis mit dem Sitz in Schwandorf" als weiterer Nachfolgeverein mit eigenständiger Funktion installiert. Er ist über die Grenzen des Landkreises Schwandorf hinaus auch offen für Mitglieder aus den Landkreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth, Weiden und Cham.  Der zuletzt als Regionssprecher amtierende Leonhard Bayerl aus Niedermuach wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

                                                                                                                  Oberviechtach, im März 2013 

                                                                                              Josef Niederalt 

 
 

Otto Peisl und die Volksmusik in der Oberpfalz


Otto Peisl gebührt das Verdienst, als einer der ersten nach dem Kriege sich der Volksmusik in der Oberpfalz sammelnd, organisierend, systematisierend und dokumentierend angenommen zu haben. In fast 50jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit hat er mit enormem Engagement dem Volkslied und der Volksmusik der Oberpfalz zu einer Renaissance sondergleichen verholfen.

Otto Peisl wurde am 23. Oktober 1916 in München-Haidhausen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Markt Indersdorf bei Dachau. Nach Bäckerlehre und Arbeitsdienst heiratete er als Soldat 1940 Fanny Schmid aus Waldmünchen. Die Familie zog in die Heimat der Frau, wo während des Krieges Otto Peisl seine Fronturlaube verbrachte.

1948 begann Peisl in Waldmünchen mit der Volksmusikpflege. Ein erster Höhepunkt war vor über tausend Besuchern in der großen Waldmünchner Festhalle ein Heimatabend, der von Radio München aufgezeichnet wurde. Durch weitere Volkmusiksendungen und zahlreiche von Peisl vorbereitete Rundfunkreportagen aus dem Bayerischen Wald war Waldmünchen plötzlich in aller Munde. Auf Anregung von Peisl wurden auch die Waldmünchner Trenck-Spiele ins Leben gerufen.

Die von Peisl initiierten Böhmerwaldsingen waren entscheidende Schritte zur authentischen Volksmusik der Oberpfalz. Der Volksmusikpfleger fand in seinem Bestreben Unterstützung bei den Volksliedsammlern Kiem Pauli, Josef Blau, Annette Thoma, Ludwig Simbeck, Ferdinand Neumeier und Klara Huber (der Witwe von Prof. Kurt Huber), beim Musikwissenschaftler Felix Hoerburger sowie bei Alois Fink und Hans Seidl von Radio München.

1955 gründete Peisl in Fronberg bei Schwandorf den „Oberpfälzer Volkssängerkreis“ .Zur damaligen Zeit war es der erste Volksmusikverband in Altbayern. Mit dieser Gründung wurden alle zu dieser Zeit bestehenden und mitarbeitenden Gruppen der Oberpfalz zusammen­geschlossen. 1957 nannte sich der Verband in seinen heutigen Namen um: „Oberpfälzer Volksliedkreis“. Später umfasste der Verband ca. 150 Gruppen in den vier Regionen Cham, Schwandorf, Regensburg und Steinwald/Stiftland.

Peisls Schwerpunkte in der Volksmusikpflege waren die Bewahrung des Volksliedes und des traditionellen Musizierens, die Förderung der geistlichen Volksmusik, hier insbesondere der Advents- und Mariensingen, die Pflege der Tracht und des regionalen Volkstanzes sowie die Kinder- und Jugendsingen. In 26 Langspielplatten und 30 Musikkassetten ließ er die Oberpfälzer Volksmusik dokumentieren. Er förderte auch die grenzüberschreitende Volksmusik, vor allem mit Oberösterreich und Tschechien.

Viele Ehrungen und Auszeichnungen haben Otto Peisl in seinem Bemühen bestärkt. Erwähnt seinen nur der Nordgaukulturpreis der Stadt Amberg, die Goldene Bundesehrennadel des Bundes der Egerländer Gmoin, die Goldene Medaille des Bayerischen Rundfunks, die Bezirksmedaille des Bezirks Oberpfalz, die Medaille für vorbildliche Heimatpflege des Bayerischen Landesvereins, das Bundesverdienstkreuz I. und II. Klasse, der Bayerische Verdienstorden und viele andere Auszeichnungen. Kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres ist der Volksmusikpfleger und Gründer des Oberpfälzer Volksliedkreises Otto Peisl am 14. Oktober 1997 in Cham verstorben.

 Prof. Dr. Hans Weigert

Köhlerweg 2, D-93080 Pentling